Sardinien - Cala Gonone
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Gebiet: Cala Gonone, Ostküste kurz unterhalb von Orosei.

Anreise: Mit dem Auto nach Genua bzw. Livorno. Mit der Fähre nach Olbia. Weiter Richtung Süden nach Dorgali, Cala Gonone (ca. 2 Stunden). Es empfiehlt sich, die Fähre zu reservieren. Verschiedene Preise und Zeitpläne je nach Saison.

Fährgesellschaften:
Tirrenia
Grandi navi veloci
Moby Lines

Beste Reisezeit: man kann das ganze Jahr auf Sardinien biken, außer am heißen Sommertagen.. In April - Mai - Juni ist die Natur am schönsten.

Unterkunft:
Hotel "L´Oasi", 3 Sterne. Zimmer mit Frühstück p.p. zwischen 25 und 50 Euro je nach Saison. Ruhige und schöne Lage. Tel +39-0784-93 111.
Agriturismo "Nuraghe Mannu" : günstige Zimmer und Zeltplätze hoch über das Meer. Preise zu verhandeln. Sardische kulinarische Spezialitäten. Tel. 0784-96 592.
Campingplatz: 4 Sterne, relativ teuer. Tel +39-0784 / 93165

Gut Essen und Trinken
Trattoria Pizzeria "L´angolo Blu", via Millelire. Tel +39-0784-93446. Fantastische Pizza.
Ristorante "Due Chiacchiere" 50m vom Hafen entfernt. Tel +39-0784- 93386 Risotto alla pescatora unbedingt probieren.
Agriturismo "Nuraghe Mannu", siehe oben. Reservierung obligatorisch. Alles Hausgemacht.

Nicht verpassen: Rotwein "Cannonau" aus Dorgali. Günstig zu kaufen in Dorgali bei der Cantina Sociale, via Piemonte 11. Internet: www.csdorgali.com. Die Grappa schmeckt ebenso gut.


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Team: Marco Toniolo, Cornelia Fischer. Vielen Dank an Local Roberto Zedda für die Tourentipps!!!

Text und Fotos: Marco Toniolo

Diese Reportage erscheint in der BIKE 5/2002

1851. Vier Carbonai laufen auf einem Karrenweg nicht allzu weit von Cala Luna. Sie gehen zu einem großen Feuer, das schon seit einer Woche die von ihnen geschnittenen Eichen verbrennt. Es ist nur ein bisschen Rauch zu sehen, die Flammen wurden schon längst mit einer dicken Erdschicht bedeckt, damit das Holz langsam zu Kohle wird. Später wird man die Kohle auf einem Schiff laden und nach Italien transportieren. Der Mistral weht, die Luft ist frisch und trocken, sie riecht nach Meer.

Local Roberto Zedda biking high

150 Jahre später. Auf den Spuren der Carbonai fahren zwei Biker denselben Weg bergab. Zwischen den wiedergewachsenen Bäumen sieht man ab und zu die weiße Farbe des Strandes, der immer näher rückt. Nach 1600 Höhenmetern und 60 Kilometern wird die lang ersehnte Abkühlung zur Realität. Ein unendlicher Trail führt fast bis zum Wasser, unzählige Serpentinen werden wie im Traum gefahren. Fünf, vier, drei Meter über dem Meer, zeigt der Höhenmesser. Die letzten zwei Meter werden direkt am Strand überwältigt. Null. Die Bike-Hose wird schnell mit der Badehose gewechselt und in das kristallklare Wasser eingetaucht.

"Cala Luna: Eine der schönsten Badebuchten Mittelmeers", so sagt der Sardinien-Führer. Das wussten auch die Hippies, die hier in den Siebzigern im Sommer lebten. Der Strand ist fast nur per Boot von Cala Gonone zu erreichen. Das alte Fischerdorf wurde erst am Anfang der achtziger Jahre vom Tourismus entdeckt, dann war die Idylle für die Hippies vorbei.
Immer mehr Boote kamen und kommen tagsüber nach Cala Luna, erst abends kann man die Ruhe dieser fantastischen Ecke Sardiniens genießen. Wildes Camping ist inzwischen verboten, Leute mit großen Rücksäcke werden auf den Booten nicht mehr an Bord genommen.

Conny Fischer auf dem Trail kurz vor Cala Luna

Zum Glück werden Mountainbikes transportiert. Ein besseres Ende der Tour könnte man wirklich nicht haben. Im Abendlicht verlassen wir Cala Luna per Schiff in Richtung Cala Gonone. Unser Trail ist nicht zu sehen, die Vegetation versteckt ihn wie ein Tresor seinen Schatz.

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